Internationale Mitspieler bei der Pullacher Blasmusik

 

Forscher wollen vor einigen Jahren herausgefunden haben, dass Musik eine universelle Sprache ist, die alle unabhängig vom kulturellen Hintergrund verstehen können. Ein lebendes Beispiel dafür ist die Pullacher Blasmusik. Immerhin spielen schon seit vielen Jahren Musiker aus aller Herren Länder bei uns mit!

Wir haben und hatten Mitspieler aus England, Schottland, Irland (ja, das zählt als drei Einträge!), Frankreich (auch aus unserer Partnergemeinde Pauillac), Italien, der Ukraine, den USA, Kanada, Australien und Turkmenistan in unseren Reihen. Vielleicht waren es sogar noch ein paar mehr, obwohl wir unsere Nordlichter (z.B. aus Bremen) und andere Zuag‘roaste nicht mitzählen. Sie spielen Trompete, Flügelhorn, Posaune, Tenorhorn, Saxophon oder Flöte – nicht zuletzt ihre im Vergleich zu einer Tuba sehr günstigen Transporteigenschaften machen die Flöte offensichtlich zu einem idealen Instrument für ausländische Mitspieler. Bisher spielten bei uns sechs Musiker aus fünf der oben genannten Nationen ausgerechnet Flöte! 

Viele mussten uns irgendwann wieder verlassen. Einige kehrten aber nach München zurück – nicht zuletzt wegen der PuBla, wie sie uns glaubhaft versicherten. Egal ob sie ein kurzes Gastspiel gaben, wie das Au-pair-Mädchen aus Turkmenistan oder eine Austauschstudentin aus Frankreich, oder ob sie seit vielen Jahren zu uns gehören – die internationalen Mitspieler haben die Blasmusik geprägt und vergrößert. Denn sie bringen ihre Freunde zu uns mit – vor allem die „Commonwealth-Connection“ war in dieser Hinsicht sehr fleißig. 

Was macht gerade die Pullacher Blasmusik für alle Nationen so attraktiv? Sie bietet eine gute Möglichkeit, echtes Bayern zu erleben: das Land, die Leute, die Sprache, die Traditionen. Die Blasmusik ist bei allen großen und kleinen Anlässen vertreten – vom Volkstrauertag bis zu Hochzeiten, vom Maibaumaufstellen bis zur Fronleichnamsprozession, im Bierzelt genauso wie auf privaten Geburtstagsstanderln und bei vielen anderen Gelegenheiten. Bei uns bekommt man also einen ziemlich tiefen Einblick in bayerische Traditionen und Gepflogenheiten.

Außerdem kann man viel bei uns lernen: Boarisch, beim Spielen zu marschieren (aber damit kämpfen wir ja alle …) oder verschiedene Arten, eine Weißwurst zu essen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Blasmusik hat auch schon einigen dabei geholfen, einen Job zu finden. Und die PuBla räumt mit Klischees auf: Wir konnten überzeugend widerlegen, dass Deutsche pünktlich seien… Jaja, die Probenpünktlichkeit – ein Dauerbrenner seit 25 Jahren!

Wir teilen viele schöne Erinnerungen an lustige Erlebnisse, an große Feste und wunderbare Kleinigkeiten. So trafen sich eine Kanadierin, die schon lange bei uns Trompete und Posaune spielte, und ein Australier, den sie irgendwann in die Proben mitbrachte. Sie kamen sich näher und einige Jahre später heirateten sie in München – in Dirndl und kurzer Lederhose! (Im Dezember! Bei Schnee!) Die PuBla spielte ihnen zum Sektempfang im Englischen Garten auf. Inzwischen leben sie mit ihren Kindern in der Nähe von London, aber der Kontakt zu uns ist nie abgebrochen. Geschichten, wie sie die PuBla schreibt …

Letztlich spielt es keine Rolle, woher wir kommen. Menschen aller Altersklassen und mit den unterschiedlichsten Erfahrungen treffen sich regelmäßig, um zusammen mit viel Spaß etwas zu erschaffen – Musik. Durch dieses gemeinsame Ziel und nicht zuletzt dank Sigis Integrationskraft sind wir zu einer Gemeinschaft gewachsen, wie es sie wahrscheinlich nur selten gibt. 

Möge diese Gemeinschaft weiter gedeihen! Unsere Mitspieler kamen bisher aus vier von sieben möglichen Kontinenten. Vielleicht können wir die Lücken ja in den nächsten 25 Jahren schließen?

 

Parastou Münzing

 

Die nächsten Auftritte

Samstag, 30. Dezember
14:00 Uhr
Neujahrsanblasen
Samstag, 17. März
19:00 Uhr
Frühjahrskonzert der Pullacher Blasmusik